Entstehungsgeschichte des Löschzuges 25 Eving/Brechten

Grundlage

Die Grundlage für die Gründung des Löschzuges wurde 1984 durch die Vorlage des sogenannten WIBERA Gutachtens gelegt. In diesem Gutachten wurde festgestellt, dass die geforderten Einsatzzeiten im Dortmunder Norden und Nordosten zum damaligen Zeitpunkt nicht ausreichend waren. Dieses Gutachten wurde dem Dortmunder Stadtrat 1985 als Entscheidungsgrundlage vorgelegt und verabschiedet. 1986 wurde der Beschluss nochmals bestätigt. Der Ratsbeschluss, welcher die Gründung von Freiwilligen Feuerwehren im Dortmunder Norden anstrebt, hat bis heute Bestand.

1988 wurde der heutige Löschzug 26 Lanstrop gegründet und somit der erste Teil des WIBERA-Gutachtens umgesetzt. Neben den anderen Freiwilligen Löschzügen im Dortmunder Nordwesten gab es jedoch im Dortmunder Norden für die Stadtgebiete Eving, Brechten, Holtdausen, Lindenhorst, Kemminghausen, Derne und Kirchderne somit immer noch keine Freiwillige Feuerwehr die diese Stadtgebiete in angemessener Zeit erreichen konnte.

Idee

Durch eine beiläufige – eigentlich ironisch gemeinte – Bemerkung des Stellvertretenden Amtsleiters StA. 37 Feuerwehr wurde 1991 bei unserem ehemaligen Löschzugmitglied, Hr. Hermann, die Idee zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr im Dortmunder Norden geboren. Hr. Hermann war zum damaligen Zeitpunkt Mitglied des Löschzuges 29 – ehemals Löschzug 10 – Deusen und hatte gerade die Ausbildung zum Brandmeister erfolgreich abgeschlossen, welche Vorraussetzung für die Funktion des Löschzugführers ist.

Am 24.04.1995 reichte er die Anfrage auf Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr im Dortmunder Norden mit Bezug auf den Ratsbeschluss von 85/86 bei dem Amtsleiter StA. 37 ein. Nach Rücksprache mit dem zuständigen Dezernenten Dr. Wolfgang Kenneweg wurde der Anfrage stattgegeben.

Voraussetzung

Um die Gründung endgültig zu besiegeln mussten jedoch mindestens 16 Freiwillige gefunden werden, die die Grundausbildung zum Feuerwehrmann abgelegt hatten oder ablegen wollten.

In den darauf folgenden Monaten wurde durch verteilen von Handzetteln und mit Unterstützung der Presse Werbung für den neuen Löschzug 25 Eving/Brechten betrieben.

Am 27.09.1995 fand für die Interessenten ein erstes Informationsgespräch in der Feuerwache 1 an der Steinstraße statt.

Aus diesem Informationsgespräch meldeten sich die ersten 12 Personen, von denen nur drei ausgebildete Feuerwehrleute waren. Alle anderen mussten Ihre Tauglichkeit durch eine körperliche Eignungsuntersuchung und einen sportlichen Aufnahmetest unter Beweis stellen. In der Folge fanden die ersten Ausbildungsstunden auf dem Gelände der Feuerwache 2 an der Lütge-Heidestraße statt, an der wir bis heute unsere Unterkunft haben.

Seither findet einmal wöchentlich der Übungsdienst statt, an dem jedes Mitglied des Löschzuges teilnimmt. In den folgenden 9 Wochen – jeweils Samstags – wurden 4 weitere Kameraden in der Grundausbildung zum Feuerwehrmann ausgebildet.

Gründung

Am 29.06.1996 wurde die Gründung durch den damaligen Direktor der Berufsfeuerwehr Herrn Dipl.-Ing. Walter Ortmann in der Gaststätte Hotel Restaurante „Grüne Tanne“ vollzogen. Zu diesem Zeitpunkt bestand der Löschzug 25 aus 16 männlichen und 4 weiblichen Mitgliedern.

Gründungsmitglieder

  • Wolfgang Hermann (Löschzugführer)
  • Manfred Zinkhan (Stellvertreter)
  • Manfred Schlüter
  • Olaf Stache
  • Dieter Zenker
  • Eva-Maria Gillasamatinow
  • Tim Berensdorf
  • Jörg Hangebrauck
  • Christian Schmidt
  • Maik Greven
  • Carsten Losch
  • Mark Zinkhan
  • Tim Klaßen
  • Beatrix Matzerat
  • Bettina Haumann
  • Patrick Sperling
  • Andreas Menke
  • Jürgen Boos
  • Sven Pastwa

Entwicklung

Mit Gründung des Löschzuges wurde dem LZ 25 ein Löschfahrzeug (LF) 16/12 mit der laufenden Nummer 7 zur Verfügung gestellt. 1997 wurde dieses gegen das LF 16/12-10 ausgetauscht.

Es verging wiederum nicht ganz ein Jahr bevor wir dieses LF an die Freiwillige Feuerwehr Persebeck abtreten mussten. Im Gegenzug erhielten wir je ein LF 16 TS von den Löschzügen Mengede und Asseln. Diese Maßnahme war notwendig geworden, da das alte LF des Löschzuges Persebeck den TÜV nicht mehr bestanden hatte. Aufgrund der ländlichen Lage wird in Persebeck jedoch unbedingt ein Wasserführendes Fahrzeug benötigt.

Im Jahre 2001 wurde dann wiederum ein LF 16 TS gegen unser heutiges LF 16-12/17 ausgetauscht. Dieses Fahrzeug stammte aus dem Bestand der Fahrschule und wurde für unsere Zwecke bei der Firma Heinnes in Wuppertal umgerüstet.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wurden durch den Bund für alle Großstädte Dekontaminationsfahrzeuge beschafft, um gegen derartige Schadenslagen besser gerüstet zu sein. Der Feuerwehr Dortmund wurden zwei Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Das erste Fahrzeug stand lange Zeit im Dienst des Löschzuges 2 der Berufsfeuerwehr, während das zweite Dekon-P dem Löschzug 25 unterstellt wurde. Aufgrund diverser Anpassungen im Fahrzeugkonzept der Feuerwehr Dortmund, sowie der geographischen Neuverteilung der Fahrzeuge mussten wir dieses Fahrzeug leider jedoch am 15.12.2005 an der Löschzug 11 Sölde abgeben.

Im Rahmen des erneuerten Fahrzeugkonzeptes wurde im Jahre 2005 über eine Unterstellung der Abrollbehälter Rettung oder MANV nachgedacht. Praktisch sind die Fahrzeuge allerdings weiterhin in der Obhut der Berufsfeuerwehr Dortmund verblieben. Stattdessen wurden verschiedene Löschzüge als Sondereinheiten den Fahrzeugen zugeteilt, welche zeitgleich mit der Alarmierung der Abrollbehälter alarmiert werden.

Heute besteht der jüngste Löschzug der Dortmunder Freiwilligen Feuerwehr aus ca. 26 Mitgliedern und zwei Fahrzeugen. Die eigentlich als Übergangslösung geplante Unterkunft im Keller der Feuerwache 2 beherbergte uns bis zum 11.05.2005. Aufgrund der jüngsten Diskussionen, welche auch in der Presse ausführlich behandelt worden sind, waren wir immer sehr Optimistisch, dass im Rahmen der Sanierungs- und Neubauplanungen für die Feuerwachen 1, 2 und 4 auch für uns eine bessere Lösung bezüglich unserer Sozial-, Umkleide- und Schulungsräume gefunden wird.

Im Jahre 2005 wurde, bedingt durch die FIFA WM, auch bei der Feuerwehr Dortmund viel Geld investiert um diverse Anforderungen der FIFA an die Austragungsorte zu erfüllen. Eine dieser Anforderungen war eine redundante Leitstelle über die die Feuerwehr Dortmund bisher nicht verfügte. Diese wurde in unseren ehemaligen Räumlichkeiten realisiert, so dass wir am 11.05.2005 in fünf Kontainer auf dem Gelände der Feuerwache 2 umzogen. In der Planungsphase war vorgesehen, dass diese für etwa 3 Jahre unsere Unterkunft bleiben sollten. Aus den geplanten 3 Jahren sind dann 7 Jahre geworden. Letztendlich hat sich das lange Warten nun aber gelohnt. Voraussichtlich Mitte November diesen Jahres werden wir unser neues Gerätehaus in Dienst nehmen können, was für uns letztendlich auch immer Voraussetzung war um eine Jugendfeuerwehr gründen zu können.

Neben den Löschzügen 24 (Asseln)28 (Holzen) und 29 (Deusen) werden wir, bezogen auf die anderen Freiwilligen Löschzüge, mit am häufigsten zur Unterstützung der Dortmunder Berufsfeuerwehr eingesetzt. Dies ist unter anderem bedingt durch den großen Ausrückebereich, welcher sich primär von der Dortmunder Nordstadt über die Stadtteile Eving, Lindenhorst, Holtdausen, Brechten, Kemminghausen und zum Teil Derne und Kirchderne erstreckt. Im 2. Abmarsch sind wir darüber hinaus noch für die Stadtteile Mitte, Huckarde, Deusen, Nette, Mengede, Groppenbruch, Schwieringhausen, Lanstrop, Asseln, Wambel und Körne sowie für Teile der Stadteile Derne und Kirchderne zuständig.

Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr

Schon der ehemalige Direktor der Feuerwehr, Herrn Dipl.-Ing. Walter Ortmann, musste vor der Gründung des Löschzuges die aufkommenden Fragen bzgl. der Konkurrenz der Freiwilligen Feuerwehr zur Berufsfeuerwehr ausräumen.

Wie aber die Beispiele der jüngsten Vergangenheit deutlich vor Augen führen, ist die Berufsfeuerwehr insbesondere bei Großschadenslagen auf die personelle und materielle Unterstützung der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr angewiesen. Erwähnt seien an dieser Stelle nur einige wenige wie z.B. der Lagerhallenbrand an der Güntherstraße, die Scheunen- und Strohstapelbrände in Brechten und die diversen Wohnungsbrände in der Dortmunder Nordstadt.

Oft kommen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren zur Unterstützung der Berufsfeuerwehren vor Ort oder zur Aufrechterhaltung des örtlichen Brandschutzes im Rahmen von Wachbesetzungen zum Einsatz.

Die Freiwillige Feuerwehr stellt quasi die Rückfallebene der Feuerwehr Dortmund dar.

Von daher müssen auch die Freiwilligen Feuerwehren sowohl theoretisch als auch praktisch ebenso gut ausgebildet und ausgestattet sein, wie die Kameraden der Berufsfeuerwehr. Unsere Einsatzstatistiken zeigen deutlich das die Gründung des Löschzuges 25 zur Unterstützung der Dortmunder Berufsfeuerwehren beigetragen hat.

Die Freiwilligen Feuerwehren stehen der Stadt Dortmund theoretisch rund um die Uhr im Rahmen Ihrer Bereitschaft zur Verfügung. Das dies für den einzelnen nur bedingt gelten kann, liegt auf der Hand. Die Alarmierung über den Funkmeldeempfänger erhält jedes Mitglied des Löschzuges, das sich im Stadtgebiet befindet. Allerdings obliegt es der situativen Entscheidung jedes einzelnen, sich auf den Weg zur Feuerwache zu machen und an dem Einsatz teilzunehmen.